Ein Gesangbuch für jung und alt

Im neuen Gesangbuch unserer Landeskirche schlummert so mancher musikalische Schatz. Davon konnten sich rund 80 Sängerinnen und Sänger im Rahmen der fünften und vorerst letzten Veranstaltung der Reihe „Trotzdem singen“ überzeugen. Peter Hamburger lud für einen kurzweiligen Singabend auf ungewöhnliches Terrain ein: Der Kantor für Popularmusik stimmte auf dem Sportplatz in Nesselröden bekannte und weniger bekannte Lieder aus dem EGplus an.

Der Liederabend zeigte eindrücklich die musikalische Vielfalt, die das EGplus zwischen zwei Buchdeckeln vereint: So reichte der musikalische Bogen, den Peter Hamburger spannte, von Gospel („When Israel was in Egypt’s Land“) über Lobpreislieder („Du bist mein Zufluchtsort“) bis hin zu Popsongs („I am sailing“).  Der Umstand, dass nun auch Popsongs in das neue Gesangbuch aufgenommen wurden, habe medial für großes Aufsehen gesorgt, erklärt der Popkantor. Dabei würden in der Kirche schon seit Jahrhunderten populäre Musikstücke gesungen werden. „Sailing“ beispielsweise sei durchaus ein religiöses Lied, da es von der Lebensreise zu Gott erzähle.

Der Kirchenmusiker stellte auch moderne Psalmvertonungen vor, unter anderem das Lied „Gott sieht mich an“, das in seiner Melodie an Udo Jürgens und James Brown erinnert. Das sei Absicht, erzähle Hamburger, der die Melodie komponiert hat. Schließlich gab der Popkantor den Konfirmandinnen und Konfirmanden, die an dem Liederabend teilnahmen, einige Vorschläge mit auf den Weg, welche Lieder sich für eine Konfirmationsfeier eignen. Auf seiner Hitliste ganz oben: Das Lied „Das wünsch ich dir“ von Martin Buchholz-Fiebig. Der Autor habe das Lied zwar für eine konkrete Person geschrieben, man könne es aber auch bei Konfirmationen, Taufen und Trauungen singen.

Hamburger nutzte die Gelegenheit auch, um für das moderne Gesangbuch zu werben. „Oft wird behauptet, dass die Lieder aus dem EGplus nicht bekannt sind und gesungen werden“, sagte der Kirchenmusiker. Moderne Kirchenlieder hätten es beispielsweise nach wie vor schwer, in das Programm der Fernsehgottesdienste aufgenommen zu werden. „Das kann man ändern“, findet Hamburger. Immerhin sangen Jung und Alt die Lieder aus dem EGplus kräftig mit. Nicht wenige fuhren mit einem Ohrwurm nach einem kurzweiligen Liederabend wieder nach Hause.