Chöre singen für die Einheit

Ich bin froh und dankbar, dass ich viele wundervolle Menschen aus Ost und West kenne und dass wir alle in einem Land zusammengehören“, sagt Helga Gogler. Die pensionierte Standesbeamtin hat die Öffnung der innerdeutschen Grenze im Herbst 1989 hautnah miterlebt. Auf dem Place de Cléder erinnerte sie am Sonntagabend im Rahmen der bundesweiten Veranstaltungsreihe „Deutschland singt“ an die friedliche Wiedervereinigung. Sängerinnen und Sänger aus den Kirchenchören Wommen, Netra und Herleshausen und dem Jungen Chor Herleshausen hatten dorthin eingeladen. Die Danke-Demo am Tag der deutschen Einheit stand unter der Überschrift „Freiheit – Einheit – Hoffnung“.

„Wir sind dankbar für den Umstand, dass seit 31 Jahren ein vereintes Deutschland seinen Platz im Verbund der Staaten Europas hat“, erklärt Ruhestandspfarrerin Marita Fehr, die als Vorsitzende des Kirchenchores Herleshausen die Veranstaltung organisiert hatte. Vor der Gemeindeverwaltung in Herleshausen brachten die Chöre unter dem Dirigat von Wolf Böttcher-Fehr zwei Lieder zu Gehör: „Kein schöner Land“ und „Der Mond ist aufgegangen“. Ein kleines Ensemble stimmte zudem den Gospel „We shall overcome“ und „Hevenu schalom alechem“ an – beides Lieder, die vom Frieden und der Befreiung singen.

Gemeinsam sangen die Chöre anschließend mit den rund 50 Besucherinnen und Besuchern im Kerzenschein die deutsche Nationalhymne und die Europahymne. Zuvor hatte Helmut Bornscheuer ein musikalisches Zeitdokument aus dem Jahr 1950 vorgetragen. Leon Hartig stimmte mit der irischen Ballade „Simple truth“ auf die Veranstaltung ein und beschloss sie mit „Halleluja“ von Leonard Cohen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte zu der Veranstaltungsreihe „Deutschland singt“ aufgerufen und die Schirmherrschaft übernommen.